Business-Präsentationen zu gestalten gehört 2026 zu den eher „leisen“ lukrativen Kreativleistungen: Unternehmen brauchen weiterhin Investor-Decks, Sales-Unterlagen, Vorstands-Updates, Trainingsmaterialien und Konferenzfolien – und vielen Teams fehlt die Zeit (oder das Know-how), aus rohen Inhalten eine klare Story zu machen. Das lässt sich remote umsetzen, die Ergebnisse sind sauber übergebbar, und Folgeaufträge sind realistisch – wenn du es als strukturierten Service betreibst und nicht als gelegentliche Gefälligkeit.
Starte mit Kundentypen, die Präsentationen regelmäßig einkaufen: Beratungen, SaaS-Unternehmen, Agenturen, Gründer*innen in Fundraising-Phasen sowie interne Marketing-Teams. Sie suchen nicht nur „schöne Folien“, sondern jemanden, der Feedback von mehreren Stakeholdern sauber verarbeitet, Markenrichtlinien konsequent hält und Termine zuverlässig einhält. Der einfachste erste Erfolg entsteht oft über eine klare Spezialisierung, zum Beispiel Pitch-Decks für Early-Stage-Startups, Sales-Enablement-Decks im B2B oder Quartals-Updates für Agenturen.
Direktansprache funktioniert 2026 weiterhin – aber nur, wenn sie gezielt und konkret ist. Wähle 30–50 Unternehmen aus, die Webinare veröffentlichen, Investor-Updates posten, Case Studies publizieren oder Jobanzeigen haben, in denen „PowerPoint“, „Pitch Deck“, „Sales Deck“ oder „Presentation Designer“ vorkommt. Schreibe eine kurze E-Mail mit einem passenden Arbeitsbeispiel, einem Satz dazu, was du konkret verbesserst (Struktur, visuelle Hierarchie, Charts), und einer einfachen Handlungsoption: ein 15-Minuten-Scoping-Call oder ein bezahltes „Deck-Clean-up“ von 3–5 Folien.
Partnerschaften bringen oft die hochwertigsten Leads: Brand-Designer*innen, die keine Folien übernehmen wollen, Copywriter*innen, die Decks texten, aber Layout meiden, Video-Studios mit Bedarf an Speaker-Slides oder Marketing-Berater*innen, die Kundenvorschläge ausarbeiten. Vereinbare eine einfache Referral-Regel (z. B. feste Empfehlungsprämie oder ein Vorteil für deren Kundschaft). Das funktioniert, weil du ein konkretes Delivery-Problem löst – und deren Ergebnis sichtbar besser machst.
Marktplätze und Freelancer-Netzwerke können Lücken füllen, aber behandle sie als Lead-Quellen, nicht als deine Identität. Über den niedrigsten Preis zu konkurrieren ist riskant; besser ist eine klare Differenzierung über Ergebnis und Prozess: mehr Klarheit, stärkerer Story-Flow, saubere, markenkonforme Vorlagen. Wenn du Marktplätze nutzt, baue dein Profil um ein einziges Angebot herum (z. B. „Investor Pitch Deck Redesign in 5 Werktagen“) und zeige Case Studies mit nachvollziehbarem Vorher/Nachher: was du geändert hast und warum.
LinkedIn bleibt 2026 der stärkste Ort für Vertrauen im B2B, besonders mit kurzen, praxisnahen Posts. Zeige pro Beitrag eine konkrete Lektion: wie du ein überladenes Chart vereinfachst, wie du eine „Problem–Lösung–Beleg“-Dramaturgie aufbaust oder wie du die Folienzahl reduzierst, ohne Inhalt zu verlieren. Lade dann zu einem kurzen Audit ein. Das zieht Kundinnen an, die Urteilskraft schätzen – nicht nur Ausführung.
Empfehlungen brauchen ein System. Frage nach jedem Projekt eine Frage, die Hilfe leicht macht: „Wer in eurem Team verantwortet noch Decks – Sales, Fundraising oder Leadership-Updates?“ Schicke anschließend einen Zwei-Satz-Text, den man einfach weiterleiten kann. Führe eine simple Übersicht: Lead-Quelle, Projekttyp, Zeit bis Abschluss und durchschnittliche Marge. 2026 gewinnt Konsistenz gegen ständige Neuerfindung – ein stabiler Hauptkanal plus ein zweiter Kanal reichen oft, um dauerhaft ausgelastet zu sein.
Pricing wird deutlich einfacher, wenn du Ergebnis und Risiko bepreist – nicht nur die Minuten für Layout-Klicks. Ein Deck für ein Board-Meeting oder Fundraising hat eine andere Verantwortung als eine interne Trainingsdatei: Fehler kosten dort mehr, und Feedback-Schleifen sind meist härter. Deine Preise sollten das abbilden: Komplexität, Anzahl der Stakeholder und die Kosten, wenn etwas schiefgeht.
2026 nutzen die meisten Profis eines von drei Modellen: (1) Festpreis pro Projekt, (2) Tagessatz oder (3) Hybrid (Festpreis für den Basisscope, Tagessatz für Zusatzrunden oder zusätzliche Module). Festpreise funktionieren am besten bei klar definierten Deliverables – etwa einem Redesign eines 12–18-Folien-Investor-Decks. Tagessätze sind sinnvoll, wenn Inhalte instabil sind, viele Beteiligte mitreden und du Revisionen kaum kontrollieren kannst. Hybrid ist oft am sichersten: Kundinnen können committen, und du bist gegen Scope Creep geschützt.
Eine praxisnahe Methode für Festpreise ist die Schätzung „abrechenbarer Tage“ auf Basis des Scopes. Beispiel: Redesign von 15 Folien mit leichtem Text-Feinschliff und Chart-Aufbereitung kann 1,5–3 Tage dauern; ein kompletter Story-Neuaufbau mit Visuals, Icons und Data-Charts eher 4–8 Tage. Multipliziere das mit deinem Tagessatz und addiere einen Puffer (oft 10–20 %) für Stakeholder-Reibung. Wenn das Ausgangsmaterial unklar ist, quote in Phasen: bezahlte Discovery zuerst, danach ein Festpreis für den Build.
Der Scope entscheidet alles. Definiere, was „eine Folie“ bedeutet (Neubau, Redesign oder kleines Aufräumen), was die Kundschaft liefert (Text, Daten, Brand-Guidelines) und was du erstellst (Layout, Charts, Icon-Set, einfache Illustrationen, Speaker Notes). Lege auch Format und Übergabe fest: PowerPoint, Google Slides, Keynote – und ob am Ende eine editierbare Template-Datei übergeben wird.
Formuliere Revisionsregeln in einfachem Deutsch: z. B. zwei Runden mit gebündeltem Feedback, weitere Runden werden nach Tagessatz oder als feste „Extra-Runde“ berechnet. Bitte um konsolidierte Kommentare von einer verantwortlichen Person – sonst zahlst du mit unbezahlter Koordination. Definiere außerdem Turnaround und Expressaufschläge. Schnelle Lieferung komprimiert deinen Kalender und erhöht das Risiko; das ist nachvollziehbar, wenn du es ruhig erklärst.
Add-ons sollten separat bepreist werden: Copywriting, Workshops/Facilitation, Datenprüfung, Lizenzbilder-Beschaffung, anspruchsvolle Animation/Motion und größere Template-Systeme. Wenn das Deck über interne Nutzung hinaus eingesetzt wird (z. B. öffentlich im Marketing oder in bezahlten Kampagnen), kalkuliere das als erweiterte Nutzung – weil Wert und Exposure höher sind.

Kundinnen erwarten weiterhin Preise in wenigen vertrauten Formen: pro Folie, pro Tag oder pro Projekt. Pro-Folie-Preise können funktionieren, wenn du klare Tiers definierst (z. B. Clean-up, Redesign, Rebuild) – riskant wird es, wenn die Ausgangsdaten chaotisch sind. Wenn du pro Folie abrechnest, schütze dich mit klaren Definitionen: Was zählt als „Chart Redraw“, was ist in „Layout Redesign“ enthalten und ab wann ist es ein „New Slide Build“.
Damit Preise nachhaltig bleiben, rechne realistisch ein, was Freelancing abdecken muss: unbezahlte Admin-Zeit, Marketing, Tools sowie Leerlauf zwischen Projekten. Darum wirken Tagessätze oft höher als eine Vollzeit-Stelle auf Stunden umgerechnet – weil du ein kleines Geschäft betreibst und nicht jeden Tag des Monats fakturierst. Eine einfache Gewohnheit hilft: tracke, wie viele Tage du pro Monat tatsächlich abrechnest, und setze Preise so, dass diese Tage deine Gesamtkosten plus Ziel-Einkommen tragen.
Nutze diesen wiederverwendbaren Rechner für Festpreise: (Geschätzte Tage × Tagessatz) + (Puffer %) + (Add-ons). Beispiel: 4 Tage × £450/Tag = £1.800, plus 15 % Puffer (£270) = £2.070, plus Add-ons (z. B. £250 für ein Chart-Pack oder £300 für ein Mini-Template). Präsentiere es als Projektpreis mit klarem Scope und klaren Revisionsgrenzen. Transparente Prozesse machen es Kund*innen leichter, Preise zu akzeptieren.
Verankere die Diskussion in Ergebnissen: Tempo, Klarheit, bessere Entscheidungen und Glaubwürdigkeit. Ein starkes Deck kann helfen, einen Deal zu schließen, Funding zu sichern oder Führungsteams auszurichten – das ist mehr wert als „hübsche Slides“. Wenn jemand drückt, biete Scope-Optionen statt Rabatte an: weniger Folien, weniger Illustration, weniger Runden oder mehr Zeit.
Setze eine Mindestbuchung. Kleine Jobs haben trotzdem Setup: File-Handover, Brand-Check, Feedback-Loop und Export-Checks. Eine Mindestgebühr (z. B. ein halber Tag) verhindert, dass dein Kalender mit Low-Margin-Aufgaben verstopft, und signalisiert Professionalität.
Vereinbare Zahlungsbedingungen vorab und halte sie simpel: Anzahlung vor Start und Rest bei Lieferung – oder wöchentliche Rechnungen bei Tagessatz-Projekten. Mache auch die Pflichten der Kundschaft klar (eine Feedback-Person, Deadlines für Kommentare, finaler Sign-off). Wenn Erwartungen eindeutig sind, wird Verhandeln ruhiger und Projekte laufen schneller.